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Newsletter 4/2011

Ausgestellt am 31. Oktober 2011, in Newsletter.

IMG_7815Hallo,

Hier sind unsere Veranstaltungen für die letzten beiden Monate im Jahr. Außerdem wollen wir auf unsere Landesmitgliederversammlung am 27. November hinweisen, wo das Programm für 2011 beschlossen werden soll.

# Mainz, 10.11.2011 – Kritik und Krise im Zeitalter des Neoliberalismus

# Trier, 22.11.2011 – Mit kritischer Theorie gegen Wissenschaft und Gesellschaft

# Mainz, 27.11.2011 – Landesmitgliederversammlung

# Neustadt/Weinstraße., 9. – 11.12.2011 – Lektürewochenende zu Hannah Arendt

# Donnerstag, 10.11.2011, 20 Uhr, Hörsaal P 10, Philosophicum, Uni-Campus Mainz

## Kritik und Krise im Zeitalter des Neoliberalismus

# Vortrag und Diskussion mit Gerhard Stapelfeldt

Die Krise ist in aller Munde. Für die Peter Zwegats der Nation sind die Schuldigen ausgemacht. Gierige Manager und Spekulanten einerseits, arbeitsscheue Südländer andererseits sollen dafür verantwortlich sein, dass der kleine Mann zur Kasse gebeten wird, um den Betrieb am Laufen zu halten. Nicht, dass es keinen Grund zur Empörung gäbe! Jedoch, dass die Masse im Namen der „Realwirtschaft“ gegen Bankenmacht und Ratingagenturen zürnt und zu öffentlichen Anti-Gier-Gelöbnissen mobilisiert statt einen vernünftigen Weg raus dem „Schuldzusammenhang“ (Walter Benjamin) des Kapitals zu eröffnen, verdeutlicht nur aufs Neue den Funktionswandel ökonomischer Krisen und besiegelt die Krise der Revolutionstheorie. Die episodisch auftretenden Reibungen im Verwertungsgetriebe verursachen, anders als zu Marxens Zeiten noch zu hoffen war, längst nicht mehr den kommunistischen Funken, an dem die immanenten Widersprüche kapitalistischer Produktion sich entzünden. Im Gegenteil: Sie sind zu Sollbruchstellen einer globalen Ressentimentmaschine geworden, die den Frust und die Angst der Subjekte durch Formen autoritärer Unterwürfigkeit und Aggression funktionalisieren. Auch unter Ökonomen gilt individuelles Fehlverhalten mithin als Ursache struktureller Störungen. Die Krisendiagnose wird lediglich in einer weniger derben Sprache vorgetragen. Die Überproduktion von Kapital wird als „Überkonsum“, die Entwertung von Kapital als „Unterkonsum“ den Individuen und ihrer mangelhaften Anpassung an die unergründlichen Gesetze des Marktes in Rechnung gestellt, während dem neoliberalen Staat die Aufgabe zufällt, die spontane Wettbewerbsordnung als Ganze zu installieren und zu überwachen.

Über die Bedeutung der Krise in Zeiten des Neoliberalismus, den Unterschied zwischen einer Kritik der Gesellschaft in der Tradition von Marx oder der Kritischen Theorie und den Moralbeschaffungsmaßnahmen derer, die sich als Ingenieure eines nachhaltigen Kapitalismus empfehlen, sowie über die Wahlverwandtschaft von Neoliberalismus und Antisemitismus möchten wir mit Gerhard Stapelfeldt diskutieren.

Gerhard Stapelfeldt lehrte als Professor für Soziologie bis 2009 an der Uni Hamburg und befasst sich vor allem mit kritischer Theorie und der Kritik der politischen Ökonomie.

Homepage: http://abschiebeknast-ingelheim.de/events/details/55-kritikkrise11.html

Facebook: http://www.facebook.com/event.php?eid=240610912662081

 

# Dienstag, 22.11.2011, 19 Uhr, Uni-Campus Trier, Raum wird noch bekannt gegeben.

## Mit kritischer Theorie gegen Wissenschaft und Gesellschaft

# Veranstaltet vom AStA Uni Trier mit Referenten von JD/JL RLP

Wer heute noch an einer fundamentalen Veränderung der Gesellschaft interessiert ist, kämpft an der Universität auf verlorenem Posten. In den Gesellschaftswissenschaften finden sich vor allem theorielose Erbsenzählerei und Statistik auf der einen und eine Theorie auf der anderen Seite, die jedoch weniger über Gesellschaft als über Sprachspiele und Körper nachdenkt.

Gegen diese Szenerie die kritische Theorie zu studieren, wirkt auf den ersten Blick veraltet. Ihre Epigonen, als alte, kulturkonservative Männer verschrien, sind tot. Auschwitz, der Nationalsozialismus und die Kulturindustrie sind heute, in einem Deutschland mit Frauen, Migranten und Schwulen an der Regierung, anscheinend irrelevant. Gleichzeitig ist das Bedürfnis nach Kritik vorhanden, drückt sich jedoch nur als Intersektionalismus und Ressentiment aus. Dies zeigen beispielhaft die Forderungen und Parolen der Occupy-Bewegung: „Make love, not money!“ oder „Stop the greed!“

In dieser Veranstaltung soll die Aktualität der kritischen Theorie dargestellt werden – durch die Kritik des aktuellen Wissenschaftsbetriebes und der Gesellschaft, die in ihren Grundfesten immer noch so organisiert ist, wie Marx sie beschrieben hat: warenförmig.

Homepage: http://abschiebeknast-ingelheim.de/events/details/56-kriteo11trier.html

Facebook: http://www.facebook.com/event.php?eid=210249879046183

 

# Sonntag, 27.11.2011, 12 Uhr, Landesgeschäftsstelle Mainz

## 2. Landesmitgliederversammlung 2011

Alle Mitglieder und alle Interessierten sind eingeladen, mit uns das vergangene Jahr und Pläne und Veranstaltungen für das nächste zu besprechen. Anträge an diese Landesmitgliederversammlung (LMV) können noch bis zum 12.11.2011 eingereicht werden. Außerdem stehen die Wahlen für den Landesvorstand an. Für Schnittchen ist gesorgt.

Homepage: http://abschiebeknast-ingelheim.de/events/details/57-lmv211.html

Facebook: http://www.facebook.com/event.php?eid=268377336532717

 

# 9. – 11.12.2011, Jugendherberge Neustadt/Weinstraße

## Lesewochenende zu Hannah Arendt

Dieses Seminar soll in die Gesellschaftskritik Hannah Arendts einführen, indem gezeigt wird, wie in ihren Texten die kategorischen Imperative von Marx und Adorno zum Tragen kommen: zum einen die Kritik der Verhältnisse, in denen der Mensch ein geknechtetes Wesen ist, zum anderen das Eintreten dafür, dass sich Auschwitz nicht wiederhole.

Hierbei werden gleichzeitig verbreitete Vorurteile und Missverständnisse widerlegt: Durch ihr Hauptwerk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ wird Arendt als Begründerin der sogenannten Totalitarismustheorien wahrgenommen, denen die Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Kommunismus vorgeworfen wird. Dies impliziert eine Relativierung der Shoah, die Hannah Arendt jedoch keineswegs vorgenommen hat. Vielmehr zählt sie zu den Autor_innen, die sich am gründlichsten mit der Shoah auseinandergesetzt haben.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, die Texte im Reader sollten aber möglichst schon vorher gelesen werden. Um diesen frühzeitig zu erhalten, ist eine frühe Anmeldung empfehlenswert.

Homepage: http://abschiebeknast-ingelheim.de/events/details/58-lesewochenende-zu-hannah-arendt.html

Facebook: http://www.facebook.com/event.php?eid=233273400067162

Weitere Informationen wie immer auf unserer Homepage (http://abschiebeknast-ingelheim.de) oder auf Facebook (http://www.facebook.com/pages/Jungdemokrat_innen-Junge-Linke-Rheinland-Pfalz/183786508303469).

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